Challenge ★ Schaffe ich es einen kompletten Blogpost mit dem iPad zu schreiben?

Ist es eigentlich möglich, auf einem iPad einen kompletten Blogartikel zu schreiben? Von A bis Z? Vom ersten bis zum letzten Wort. Mit anschließender Veröffentlichung im eigenen Blog? Das probiere ich mit diesem Artikel aus. Für mich eine echte Challenge und ein Workflow, der sich erst mit diesem Artikel ergibt.

Bislang habe ich höchsten kleine Auszüge eines Artikels auf meinem Apple Tablet geschrieben. Obwohl ich schon seit vielen Jahren Apple-Tablets besitze, bin ich damit nie in produktiver Hinsicht warm geworden. Im Internet surfen, hier und da ein paar E-Mail schrieben, mit iBooks elektronische Bücher lesen, in den Social Media aktiv sein – so sah mein bisheriges Nutzungsprofil aus. Beim Umgang mit Texten empfand ich es immer als große und anstrengende Hürde, da meine Gedanken und Texte schneller „aus mir raus wollten“ als es die Transformation von Hand in Tastatur auf dem Gerät hergab. Heute stelle ich mich also der Herausforderung. Ohne externe Hilfsmittel geht es aber nicht.

Das iPad Air 2 beim Schreiben auf meinem Schoß

Mit Blickrichtung ins Pirmasenser Stadtteil Husterhöhe sitze ich noch entspannt auf meinem Balkon. Mein zweiter Latte Macchiato ist gerade beim vormittäglichen Blog-Schmökern leer geworden, Nachschub werde ich gleich besorgen. Ich texte diese ersten Zeilen und merke schnell: Mit der iOS-Tastatur meines iPad Air 2 komme ich nicht weit. Ich benötige ein haptisches Feedback, damit ich ohne auf die Tastatur zu schauen tippen und mein 10-Finger-System nutzen kann. Ich gehe also rein ins Apartment und hole mein vor Monaten schon zugelegtes und selten genutztes Logitech Type+ Keyboard. Da es bereits mit dem iPad über Bluetooth connected war, kann ich damit direkt loslegen. Das Teil hat eine extrem lange Akkulaufzeit.

Als nächstes stört mich der Screen. Ich arbeite mit einem langsam in die Jahre kommenden iPad Air 2 mit 9,7-Zoll-Display. Seit einiger Zeit gibt es mit dem iPad Pro 12,9 Zoll bereits eine größere Variante. Die leichten Reflexionen des spiegelglatten Bildschirms stören mich beim Schreiben nicht, sondern die für meinen Geschmack zu klein geratene Schrift im App Ulysses. Über die Einstellung des beliebten Texter-Tools schaffe ich schnell Abhilfe und die Textdarstellung ist für meine Begriffe nun optimal. Noch ein Tipp, bevor es weiter geht: Warum Ulysses das Tool meiner Wahl beim Schreiben von Texten ist, habe ich dir in diesem Artikel beschrieben.

Über das Layout lässt sich der Text in Ulysses für eine größere oder kleinere Darstellung zoomen

Für diesen Blogartikel mache ich zwischendrin immer wieder mal Screenshots. Einfach den Ein-/Ausschalter am iPad gedrückt halten und anschließend kurz den Homebutton drücken. Der Bildschirminhalt vom iPad wird als Bild in meine iCloud-Fotomediathek abgelegt. Auch die Bluetooth-Tastatur, die ich gerade verwende, verfügt über eine Funktionstaste, mit der mal schnell ein Screenshot erstellt werden kann.

Gute Navigation im Text

Wenn du selbst bloggst kennst du das wahrscheinlich: Immer mal wieder springe ich zurück zu bereits geschriebenem Text um Korrekturen und Ergänzungen zu machen. Das klappt erstaunlich gut. Mit ALT und den Pfeiltasten LINKS oder RECHTS kann ich wortweise vor- und zurückspringen. Mit ALT und den Pfeiltasten NACH OBEN und NACH UNTEN bewege ich den Cursor absatzweise. Für das freie Positionieren ist eine iOS-Funktion hervorragend: Lege einfach Daumen und Mittelfinger aufs Display. Jetzt kannst du deine beiden Finger wie auf einem Touchpad nutzen und damit den Curser frei im Text platzieren. Super!

Formatierung mit Markup

Der nächste Step an meinem Artikel ist die Formatierung. Über die Markup-basierte Formatierung in Ulysses können Formatierung bereits während der Texteingabe erfolgen. Über verschiedenen Steuerzeichen werden im geschriebenen Text die gewünschten Formatierungen definiert. Bei späteren Export des Textes wandelt der Texteditor den formatierten Inhalt dann in das gewünschte Ergebnis um. Ein einer Zeile vorangestellte Raute (#) definiert beispielsweise eine H1-Überschrift, also eine Überschrift mit der höchsten Gewichtung.

Das praktische Markup ist auch oberhalb der Software-Tastatur in einem Menü zu erreichen

Weiter geht’s nun in Richtung Veröffentlichung, es wird langsam ernst. Mein neuer Beitrag ist nun deutlich vorangeschritten und muss nun in Richtung Webseite. Es wird also Zeit, dass der Text langsam mein Textwerkzeug verlässt. Ulysses bietet mir verschiedenen Exportmöglichkeiten an, ich entscheide mich für die Copy-Paste-Variante und exportiere den jetzigen Stand meines Textes in die Zwischenablage.

Mein Artikel im Blog veröffentlichen

Ich füge meinen neuen Artikel in einen neuen Blogbeitrag ein. Dank der mobilen Optimierung lässt sich WordPress auch über das iPad gut bedienen. Das zweispaltige Layout lässt sich auch einspaltig umschalten, die Menüleiste links kann so eingeklappt werden, so dass nur noch Icons sichtbar sind. Geübte WordPress-Nutzer kommen auch mit dieser Darstellung gut zu recht. Störend finde ich jedoch die Textdarstellung. Die Buchstaben meines Artikeltextes sind mir zu klein dargestellt. Generell könnten auch die Buttons zum Tappen auch etwas größer zu sehen sein.

Generell für das iPad optimiert, ingesamt dürfte aber die Darstellung etwas größer sein

Was braucht ein guter Blogartikel? Neben einer griffigen Headline natürlich ein gutes Artikelbild. Gerade für das Sharen des Posts in die Social Media und dem damit verbundenen Aufbau (weiterer) Reichweite unerlässlich. Mein Blog will ja schließlich auch gelesen werden. Da ich in meinen üblichen Stock-Fotoquellen nicht fündig wurde (ein paar Ressourcen habe ich dir in diesem Artikel schon mal vor einiger Zeit zusammengeschrieben) hab ich schnell selbst ein Bild mit meinen iPhone 6 Plus geknipst. Für gute Fotos auf dem iPhone empfehle ich dir das App ProCamera. Das Programm fürs iPhone speichert meine Aufnahme in die iCloud-Fotomediathek, wenige Sekunden erscheint das Bild in der auf meinem iPad synchronisierten Foto-Mediathek. Spätestens hier merkst du: Meine Geräte sind immer im Netz. Entweder über ein lokales WLAN oder über eine meiner SIM-Karten, die in meinen mobilen Devices verbaut sind (für eine vernünftige LTE-Verbindung empfehle ich dir übrigens unbedingt Telekom – oder Vodafone. Alle anderen Netze sind dahingehend Müll).

Bildbearbeitung mit dem iPad Air 2

Nächstes Problem: Das Bildformat. Mit einer Auflösung von 3624 auf 2448 Pixeln und Dateigrößen jenseits der der 3 Megabyte eignen sich die von mir geschossenen Bilder keinesfalls für meine mobil optimierte Webseite, die schnelle Ladezeiten haben muss. Mit Sketch aus dem App Store keine große Sache, die geschossenen Bilder und gespeicherten iPad-Screenshots importiere ich aus der Fotomediathek, verändere die Größe und speichere diese in mein iCloud Drive. Jetzt kann ich die Bilder in meine WordPress-Homepage importieren und in meinen Blogpost platzieren.

Die Bilder in der Fotomediathek können direkt in Pixelmator importiert werden

Da dieser Artikel nun kurz vor der Veröffentlichung steht, schreibe ich die letzten Zeilen nun über das WordPress-Backend im Safari-Browser des iPad zu Ende. Noch hier und da ein paar endgültige Formatierungen, das Festlegen der Artikelüberschrift, die Zuordnung der Kategorie und das Vergeben einiger Schlagwörter – Zeit für mein Fazit.

Mein Fazit

Ein Blogpost von A bis Z? Mit dem iPad ist das auf jeden Fall möglich. Für das Schreiben dieses Artikels habe ich ungefähr einen Sonntag verbracht, jedoch mit einigen Pausen. Das reine Verfassen des Textes ist überhaupt kein Problem. Viel schwieriger ist das das Handling in iOS mit dem Umgang von Dateien und dem Austausch in mehreren Apps. Da das iPad über (noch) keinen richtigen Dateibrowser verfügt, ist das nicht so einfach. Auch musste ich immer mal wieder zwischendrin recherchieren, welche Apps denn vielleicht für diese oder jene Aufgabe besser sind.

Ich kenne einige, die völlig mit einem Tablet unterwegs arbeiten. Da ich doch noch auf Anwendungen wie Illustrator oder Indesign angewiesen bin, wird das bei mir sicher noch nicht so schnell der Fall sein. Eine Erleichterung für mobile Tablet-Produktarbeiter könnte das nächste große Update von Apple schaffen. Das App-übergreifende Handling soll damit vereinfacht werden. Zum Release von iOS 11 in diesem Jahr werde spätestens also meinen nächsten Blogpost-von-A-bis-Z-Beitrag schreiben.

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